Copy Trading für Anfänger – einfach erklärt.
Du möchtest ins Trading einsteigen, hast aber noch keine eigene Strategie? Copy Trading ermöglicht dir, einer bestehenden Handelsstrategie zu folgen, ohne jeden Trade selbst analysieren und ausführen zu müssen. Gerade für Anfänger kann das interessant sein – trotzdem solltest du genau verstehen, wem du dein Kapital indirekt anvertraust und welche Risiken entstehen.
Ist Copy Trading für Anfänger geeignet?
Copy Trading kann gerade für Anfänger ein interessanter Einstieg in das aktive Trading sein. Der große Vorteil besteht darin, dass du nicht sofort eine vollständig eigene Tradingstrategie entwickeln musst.
Wer selbst handeln möchte, muss zunächst lernen, Märkte zu analysieren, Einstiege und Ausstiege zu definieren, Stop-Loss-Orders richtig zu setzen und Positionsgrößen zu berechnen. Bis daraus eine tatsächlich belastbare Strategie entsteht, können Monate oder sogar Jahre vergehen.
Beim Copy Trading verlagert sich die Aufgabe. Du musst nicht mehr jeden einzelnen Trade selbst finden. Stattdessen musst du entscheiden, welcher Strategie beziehungsweise welchem Trader du folgen möchtest.
Beim eigenen Trading musst du lernen, gute Trades zu finden. Beim Copy Trading musst du lernen, gute Strategien und Signalgeber zu finden.
Das macht den Einstieg einfacher, aber keinesfalls risikofrei. Denn auch ein erfahrener Trader kann Verluste machen und eine bisher erfolgreiche Strategie kann zukünftig schlechter funktionieren.
Wie funktioniert Copy Trading?
Beim Copy Trading wird dein eigenes Handelskonto mit einem sogenannten Signalgeber beziehungsweise einer Handelsstrategie verbunden.
Eröffnet der Signalgeber beispielsweise eine Long-Position auf Gold, kann eine entsprechende Position automatisch auf deinem Konto eröffnet werden. Schließt der Signalgeber seinen Trade, wird grundsätzlich auch die kopierte Position geschlossen.
Das bedeutet: Du musst weder selbst vor dem Chart sitzen noch jede einzelne Marktbewegung analysieren. Nach der Einrichtung läuft die eigentliche Übertragung der Handelsentscheidungen automatisiert.
Trotzdem solltest du wissen, dass sich die Ergebnisse auf deinem Konto etwas von denen des Signalgebers unterscheiden können. Gründe dafür können unterschiedliche Positionsgrößen, Spreads, Slippage oder andere Ausführungspreise sein.
Warum Copy Trading für Anfänger interessant ist
Der größte Vorteil liegt darin, dass du bereits zu Beginn auf eine bestehende Handelsstrategie zurückgreifen kannst.
Gerade Anfänger haben häufig noch keine klaren Regeln, wann sie einen Markt kaufen, wann sie einen Trade schließen oder wie viel Kapital sie riskieren sollten. Emotionen führen dann schnell zu spontanen Entscheidungen.
Beim Copy Trading übernimmt diese Entscheidungen der ausgewählte Signalgeber beziehungsweise das zugrunde liegende Handelssystem.
Zusätzlich kannst du dir bei vielen Plattformen die bisherige Performance verschiedener Strategien ansehen. Dadurch erhältst du zumindest eine historische Grundlage, bevor du dich entscheidest.
Interessant ist Copy Trading außerdem für Menschen, die sich für Trading interessieren, aber nicht täglich mehrere Stunden vor den Märkten verbringen möchten.
Die wichtigsten Vorteile für Einsteiger
- keine eigene Tradingstrategie notwendig
- automatisierte Ausführung neuer Trades
- deutlich geringerer eigener Zeitaufwand
- unterschiedliche Strategien können verglichen werden
- Performancehistorien liefern zusätzliche Informationen
- Risikoeinstellungen können je nach Plattform angepasst werden
Copy Trading kann deshalb eine sinnvolle Möglichkeit sein, um überhaupt erste Erfahrungen mit aktivem Trading zu sammeln. Es ersetzt allerdings nicht vollständig das Verständnis grundlegender Finanzmarktmechanismen.
Der große Nachteil: Du kennst den Trader nicht
Genau dort, wo der größte Vorteil des Copy Tradings liegt, entsteht gleichzeitig eines der größten Risiken: Du gibst die konkreten Handelsentscheidungen an jemand anderen ab.
In den meisten Fällen kennst du diesen Trader nicht persönlich. Du weißt nicht, wie er unter Druck reagiert, ob er seine Strategie plötzlich verändert oder ob er zukünftig deutlich größere Risiken eingeht.
Eine hohe historische Rendite kann zwar interessant sein, ist aber keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Gerade sehr aggressive Strategien können über Monate hervorragend aussehen, bevor eine größere Verlustphase entsteht.
Deshalb ist Copy Trading aus unserer Sicht besonders für Anfänger nur dann sinnvoll, wenn sie die Strategie zumindest grob verstehen und das Risiko bewusst auswählen.
Wie findet ein Anfänger einen guten Copy Trader?
Viele Copy-Trading-Plattformen zeigen eine Rangliste verschiedener Trader. Für Anfänger ist die Versuchung groß, einfach den Signalgeber mit der höchsten Rendite auszuwählen.
Genau das würden wir nicht empfehlen.
Eine Rendite von 80 Prozent klingt besser als eine Rendite von 15 Prozent. Wenn die 80 Prozent allerdings nur dadurch entstanden sind, dass der Trader extrem große Positionen genutzt und zwischenzeitlich 60 Prozent Drawdown akzeptiert hat, sieht die Bewertung anders aus.
Stattdessen sollten mehrere Kennzahlen gemeinsam betrachtet werden.
Diese Punkte solltest du prüfen
- Wie lange existiert die Handelshistorie?
- Wie viele Trades wurden bereits durchgeführt?
- Wie hoch ist der maximale Drawdown?
- Welche Märkte werden gehandelt?
- Wie hoch ist das Risiko pro Position?
- Ist die Performance relativ konstant?
- Wie lange werden Trades durchschnittlich gehalten?
- Welche Kosten beziehungsweise Performance Fees entstehen?
Für Anfänger finden wir dabei eine längere und nachvollziehbare Historie deutlich interessanter als eine spektakuläre Rendite über lediglich wenige Wochen.
Rendite allein reicht nicht – achte auf den Drawdown
Eine der wichtigsten Kennzahlen für einen Copy-Trading-Anfänger ist der maximale Drawdown.
Er zeigt vereinfacht, wie stark eine Strategie zwischen einem früheren Höchststand und einem späteren Tief gefallen ist.
Angenommen, Trader A erzielt innerhalb eines Jahres 40 Prozent Rendite, hatte aber zwischendurch einen Drawdown von 50 Prozent.
Trader B erzielt im gleichen Zeitraum nur 18 Prozent Rendite, hatte aber einen maximalen Drawdown von 8 Prozent.
Die erste Strategie hat zwar mehr verdient, aber auch ein deutlich höheres Risiko gezeigt. Für einen Anfänger kann die zweite Strategie deshalb trotzdem wesentlich besser passen.
Je höher die Rendite, desto wichtiger ist die Frage, welches Risiko dafür eingegangen wurde.
Zusätzlich solltest du darauf achten, ob der Trader nach Verlusten seine Positionen immer weiter erhöht. Solche Martingale-ähnlichen Systeme können lange Zeit sehr gute Statistiken zeigen und anschließend plötzlich große Verluste erleiden.
Wie viel Geld sollten Anfänger einsetzen?
Es gibt keine universelle Summe, die für jeden Anfänger richtig ist. Die sinnvolle Kontogröße hängt unter anderem von der gewählten Strategie, dem Broker und dem persönlichen Vermögen ab.
Gerade beim ersten Copy-Trading-Konto würden wir jedoch nicht mit einem Kapitalbetrag starten, dessen Verlust deine finanzielle Situation ernsthaft beeinträchtigen würde.
Eine Strategie kann auf dem Papier hervorragend aussehen. Erst wenn du sie selbst über mehrere Wochen oder Monate auf deinem eigenen Konto beobachtet hast, bekommst du ein besseres Gefühl dafür, wie sich Gewinne und Verlustphasen tatsächlich anfühlen.
Besonders wichtig ist außerdem, dass die eingestellte Positionsgröße zur eigenen Kontogröße passt. Wenn du eine gute Strategie mit einem viel zu hohen Multiplikator kopierst, kann aus einer normalen Verlustphase schnell ein erhebliches Problem werden.
Welche Kosten sollten Anfänger kennen?
Auch beim Copy Trading entstehen normalerweise Handelskosten. Welche Gebühren tatsächlich anfallen, hängt vom Broker, dem Kontomodell und dem jeweiligen Signalgeber ab.
Typische Kosten sind Spreads und Kommissionen. Werden gehebelte Positionen länger über Nacht gehalten, können außerdem Finanzierungskosten entstehen.
Zusätzlich kann ein Signalgeber eine sogenannte Performance Fee verlangen. Dabei erhält er einen bestimmten Anteil am erzielten Gewinn.
Für einen Anfänger ist deshalb nicht nur die angezeigte Bruttorendite interessant. Entscheidend ist, was nach sämtlichen Gebühren tatsächlich übrig bleibt.
Welchen Anbieter nutzen wir für Copy Trading?
Für das auf Trading-Broker.de vorgestellte Copy-Trading-Setup nutzen wir BlackBull Markets.
Über den Copy-Trading-Bereich können Strategien ausgewählt und anschließend mit einem eigenen Tradingkonto verbunden werden.
Für Anfänger finden wir dabei besonders wichtig, dass die Risikoeinstellungen vor Beginn der Kopierbeziehung bewusst festgelegt werden.
BlackBull Markets
Auf Trading-Broker.de zeigen wir dir sowohl die Kontoeröffnung bei BlackBull als auch die anschließende Einrichtung des Copy Tradings Schritt für Schritt.
Auch hier gilt: Prüfe die aktuellen Gebühren, regulatorischen Angaben und Risikohinweise direkt beim Anbieter, bevor du ein Konto eröffnest.
So kannst du als Anfänger mit Copy Trading starten
Der technische Start ist meistens weniger kompliziert als erwartet. Trotzdem solltest du dir für die Auswahl der Strategie ausreichend Zeit nehmen.
Diese Fehler machen Copy-Trading-Anfänger häufig
Nur nach der höchsten Rendite auswählen
Eine hohe Rendite wirkt attraktiv, kann aber durch sehr hohe Risiken entstanden sein. Betrachte deshalb immer auch Drawdown und Positionsgrößen.
Zu kurze Historien überschätzen
Drei profitable Wochen sagen wenig darüber aus, wie sich eine Strategie über mehrere Jahre und unterschiedliche Marktphasen verhält.
Das Risiko zu hoch einstellen
Selbst eine gute Strategie kann gefährlich werden, wenn du die kopierten Positionsgrößen deutlich zu hoch einstellst.
Kosten ignorieren
Spread, Kommissionen, Finanzierungskosten und mögliche Performance Fees reduzieren die tatsächliche Rendite.
Copy Trading mit einer Garantie verwechseln
Die historische Performance eines Traders ist keine Garantie dafür, dass zukünftige Trades ebenfalls profitabel sind.
Das Konto nach dem Start vergessen
Copy Trading ist automatisiert, sollte aber trotzdem regelmäßig kontrolliert werden. Strategien und Marktbedingungen können sich verändern.
Lohnt sich Copy Trading für Anfänger?
Aus unserer Sicht kann Copy Trading gerade für Anfänger interessant sein. Du musst nicht vom ersten Tag an selbst eine vollständige Tradingstrategie entwickeln und kannst stattdessen einer bereits bestehenden Strategie folgen.
Das bedeutet aber nicht, dass du ohne eigenes Wissen starten solltest. Deine wichtigste Aufgabe besteht darin, einen seriösen Anbieter und einen nachvollziehbaren Signalgeber auszuwählen.
Besonders wichtig sind dabei eine längere Handelshistorie, ein nachvollziehbarer Drawdown, vernünftige Positionsgrößen und transparente Kosten.
Wenn du diese Punkte beachtest, kann Copy Trading ein einfacher Weg sein, erste Erfahrungen mit systematischem Trading zu sammeln, ohne jeden einzelnen Trade selbst planen zu müssen.
FAQ: Copy Trading für Anfänger
Ist Copy Trading für Anfänger geeignet?
Copy Trading kann für Anfänger interessant sein, weil keine eigene Handelsstrategie notwendig ist. Trotzdem sollten Einsteiger verstehen, welche Strategie sie kopieren, welches Risiko entsteht und welche Kosten anfallen.
Brauche ich Trading-Erfahrung?
Du musst nicht jeden Trade selbst analysieren. Grundkenntnisse zu Rendite, Drawdown, Risiko und Positionsgröße helfen allerdings, einen Signalgeber sinnvoll auszuwählen.
Kann ich beim Copy Trading Geld verlieren?
Ja. Verluste des kopierten Traders beziehungsweise Handelssystems können ebenfalls auf deinem Konto entstehen.
Wie finde ich einen guten Copy Trader?
Achte nicht ausschließlich auf die Rendite. Interessant sind unter anderem Länge des Track Records, Drawdown, Anzahl der Trades, Handelsstil, Positionsgrößen und die Beständigkeit der Ergebnisse.
Sollte ich den Trader mit der höchsten Rendite wählen?
Nicht automatisch. Sehr hohe Renditen können mit sehr hohen Risiken verbunden sein. Rendite und Drawdown sollten deshalb gemeinsam betrachtet werden.
Wie viel Kapital brauche ich?
Das hängt von Broker, Strategie und persönlicher finanzieller Situation ab. Setze grundsätzlich nur Kapital ein, dessen Verlust du verkraften kannst.
Läuft Copy Trading automatisch?
Bei vielen Plattformen werden neue Handelsaktionen nach Aktivierung automatisch auf deinem Konto umgesetzt. Die Strategie sollte trotzdem regelmäßig kontrolliert werden.
Welche Kosten entstehen?
Je nach Anbieter können Spread, Kommissionen, Finanzierungskosten und eine Performance Fee beziehungsweise Gewinnbeteiligung entstehen.
Du möchtest Copy Trading ausprobieren?
In unseren Anleitungen zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du dein BlackBull-Konto eröffnest und anschließend das Copy Trading einrichtest.